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Donnerstag, 30. August 2007
Meine ersten Tage in Shanghai...
isabelleadelt, 21:16h

Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was verzählen! Genau das trifft auch auf meine ersten Tage hier in Shanghai zu. Ich bin mit dem Gedanken hierher gefahren, dass es ziemlich ähnlich sein wird wie meine Reisen nach Hongkong oder Singapur... und ich wurde sehr schnell eines Besseren belehrt!
Shanghai ist eine wunderbare Stadt und es gibt sehr viel zu sehen und zu erleben, aber leider kann ich mich (bis jetzt) nur mit Händen uns Füßen verständigen, da so gut wie niemand Englisch spricht. Die erste Erfahrung habe ich bereits im Flugzeug von Hongkong nach Shanghai sammeln können, da leider weder eine der Stewardessen, noch später das Bodenpersonal noch die netten Herren vom chinesischen Wachdienst und Zoll ein einziges Wort Englisch sprechen konnten. Zum Glück haben mich einige nette englische Geschäftsreisende aufgegabelt und mir erklärt, dass ich nun ein Einreiseformular, eine Deklaration für den Zoll und eine Bestätigung, dass ich in den letzten sieben Tagen keinen nähren Kontakt mit jeglicher Art von Tieren, die Federn haben, gehabt habe, ausfüllen und an den verschiedenen Stationen abgeben muss. Nachdem mir dann danach niemand erklären konnte, wie ich am geschicktesten zu meiner Wohnung komme, habe ich mich (wahrscheinlich ziemlich penetrant) einfach in den Bus gesetzt, der laut Reiseführer in die Nähe meiner zukünftigen Bleibe fahren sollte. Und plötzlich hatte der Busfahrer, der zuvor ausschließlich Chinesisch gesprochen hat, eine göttliche Eingebung und konnte mir auf Englisch erklären, dass ich doch bitte ein Ticket kaufen muss, bevor ich mit seinem Bus mitfahren darf. Wunder gibt es anscheinend doch immer wieder!

Und, wie durch Zauberhand, es hat tatsächlich geklappt, etwa neunzig Minuten später bin ich unversehrt und ohne zurückbleibende Schäden an meinem Apartment angekommen. Wenn sich ein Großteil meiner Gedanken bis dahin eher darum gedreht hat, wie ich aus dieser „verrückten“ Stadt am schnellsten wieder weg komme, ging es von da an steil bergauf! Die Wohnung ist selbst nach unserem Standard sehr, sehr gut ausgestattet (an dieser Stelle noch mal ganz lieben Dank an Tim für den super Tipp!) und an die Putzfrau, die jeden Tag einmal zum Durchwischen und Handtücher wechseln kommt, kann man sich auch glatt gewöhnen... Die restlichen Formalitäten wurden mir von der Rezeption abgenommen und ich konnte gleich damit anfangen, meine neue Heimat für die nächsten vier Monate zu erkunden.

Beim ersten entlang schlendern durch die Straßen fällt einem sofort auf, dass Shanghai eine Stadt voller Gegensätze ist. An die historischen Tempel und traditionellen Gebäude aus vergangenen Zeiten reihen sich die modernsten Hochhäuser und Türme, gefolgt von ziemlich verwahrlosten, heruntergekommenen „Behausungen“, in denen ein sehr großer Teil der Einheimischen leben muss. Diese sind zu großen Teilen noch nicht an das Strom- und Wassernetz angebunden. Es ist schon erstaunlich zu sehen, was für wirklich krassen Unterschieden man auf so engem Raum begegnen kann. Ein ganz besonderes Erlebnis dabei war der Bund Sightseeing Tunnel, eine nach Angaben der Einheimischen am empfehlenswerteste Sache überhaupt in Shanghai. Ich musste schon ziemlich schmunzeln, als ich unter blitzenden Lichtern in eine Gondel einstieg, die mich unter dem Fluss her auf die andere Seite bringen sollte. Viel mehr Spektakuläres ist davon auch nicht zu berichten, man fährt etwa drei Minuten in besagter Gondel durch die Dunkelheit und sieht dabei gefühlte drei Millionen Blinklichter. In diesem Moment habe ich mich zum ersten mal wie ein „ziemlich ignoranter Europäer“ gefühlt, da die etwa 20 Chinesen, mit denen ich die Gondel geteilt habe, bei jedem neuen Licht angefangen habe zu jubeln und zu schreien. Tja, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten...

Gestern habe ich nun mit meinem Chinesisch-Unterricht begonnen (diese Woche noch jeden Tag vier Stunden, danach dann jeweils zwei mal zwei Stunden die Woche). Ich bin schon jetzt begeistert, wie schnell man diese auf den ersten Blick unverständliche Sprache zumindest sprechen lernen kann (die Zeichen lesen und schreiben zu können ist dann noch mal ein Thema für sich...). Mittlerweile schnappe ich schon überall auf der Straße Wortfetzen auf, die mir „irgendwie bekannt vorkommen“ und heute konnte ich mich zum ersten Mal mit der Kassiererin im Supermarkt auf Chinesisch „unterhalten“ (was sich zwar auf Guten Tag, Dankeschön, Gern geschehen und Auf Wiedersehen beschränkt hat, aber ich bin ziemlich optimistisch, dass das hier im Laufe der Zeit noch besser klappt). Vor allem die Leute in der Sprachschule sind super, sowohl meine Mitstudenten als auch die Lehrer. Sie helfen einem weiter, wo sie können und ich habe schon viele wertvolle Informationen bekommen (zum Beispiel, wo man für umgerechnet 5 € eine einstündige Rückenmassage bekommen kann ). An dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank an Tim für die super Tipps, sowohl mit der Sprachschule als auch der Unterkunft!
Das war es erst mal für heute, ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick in mein neues, bis jetzt noch ziemlich aufregendes und abwechslungsreiches Leben gewinnen.

Sobald es irgendwelche Neuigkeiten von mir geben sollte, werde ich euch an dieser Stelle darüber informieren (ihr könnt natürlich auch gerne persönliche E-Mails schreiben, IsabelleAdelt@gmx.de).
Bis dahin alles, alles liebe,
Isabelle
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