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Montag, 24. September 2007
Der Alltag hat mich fast schon wieder... Aber eben auch nur fast!
isabelleadelt, 17:18h

Ich dachte, es wäre mal wieder an der Zeit, ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben und euch über meine neusten Abenteuer aus dem fernen Shanghai auf dem Laufenden zu halten. Aber so lange ihr nichts von mir hört, könnt ihr unbesorgt sein: Es geht mir gut!!!
Mittlerweile ist bei mir schon fast der „Alltag eingekehrt“, da ich mich an das Leben hier schon richtig gewöhnt habe. Unter der Woche bin ich sehr gut damit beschäftigt zu arbeiten und Chinesisch zu lernen, so dass mir für Erkundungstouren durch die Stadt nurmehr die Wochenenden bleiben. Diese Woche wird leider auch Samstag und Sonntag gearbeitet, aber als Ausgleich dafür ist dann auf Grund des Nationalfeiertages die gesamte nächste Woche frei. In dieser Zeit habe ich mir vorgenommen, die Umgebung von Shanghai etwas zu erkunden. Hier soll es sehr viele „kleine Städtchen“ geben, die sehr traditionell und wunderschön sind. Ich bin sehr gespannt und freue mich schon darauf, das etwas traditionellere China kennenzulernen.
Dieses Wochenende habe ich hauptsächlich mit Organisatorischem verbracht. Ich bin in eine neue Wohnung gezogen, die zwar im gleichen Haus liegt und genauso zugeschnitten und ausgestattet ist wie meine „alte“, aber durch die Sonderkonditionen, die die Sprachschule bekommt, um einiges weniger Miete kostet. Nun wohne ich nicht mehr im achten Stock, sondern im 21. und habe einen traumhaften Blick auf die Skyline. Außerdem habe ich mir Karten für das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft der Damen diese Woche Sonntag und für das Formel 1 Rennen in der nächsten Woche gekauft. Dafür musste ich leider etwas in der Gegend rumfahren und rumlaufen, da man über das Internet ausschließlich mit chinesischen Kreditkarten zahlen kann. Dadurch habe ich aber einige Ecken von Shanghai kennengelernt, die man sonst vielleicht nicht unbedingt sehen würde und konnte einen ganz tollen Einblick in die traditionelle Lebensweise der Chinesen gewinnen. Den Sonntag habe ich dann den ganzen Tag im Jingan Park bei mir gegenüber gesessen, ein gutes Buch gelesen und die Sonne genossen. Der Park ist wirklich wunderschön, sehr gepflegt und seltsamerweise immer ziemlich leer. Und da ich Gott sei Dank gleich in meiner ersten Woche hier einen „Foreign Language Bookstore“ gefunden habe, in dem es englischsprachige Bücher gibt, bin ich bestens versorgt und kann so viel lesen wie ich möchte...

Das Wochenende davor war das Wetter leider nicht so gut, so dass ich mir einige Alternativen überlegen musste. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, mir einige Tempel anzuschauen. Besonders beeindruckt hat mich der Jadebuddha-Tempel, in welchem man sich eine etwa 2m große Buddhastatue anschauen kann, die aus einem einzigen Jadeblock gearbeitet wurde. Zur Herrschaftszeit Maos wurden alle religiösen Reliquien vernichtet, es ist aber einigen Mönchen gelungen, dieses beeindruckende Werk zu verstecken. Im eigentlichen Tempel und davor tummeln sich die Gläubigen, zünden Räucherstäbchen an und beten zu verschiedenen Göttern. Außerdem kann man die roten Glücksbänder, welche auf dem Foto zu sehen sind, kaufen und sich etwas wünschen, wenn man diese am Tempel befestigt. Dort herrscht eine ganz tolle, friedlich Atmosphäre, die man nicht beschreiben kann, sondern selber einmal miterlebt haben muss.

Am Sonntag hatte ich mir eigentlich vorgenommen, auf die „Perle des Orients“, den berühmten Fernsehturm, zu fahren und mir Shanghai einmal vom höchsten Gebäude aus anzuschauen. Ähnlich wie im Fernsehturm in Berlin befindet sich in der oberen Kugel ein Restaurant, das sich langsam dreht, so dass man sich bei einem Tee und Mooncake oder ein paar Dumplings gemütlich die ganze Stadt anschauen kann. Leider war es als ich dort angekommen bin aber so nebelig, dass ich mir kurzerhand überlegt habe, das doch lieber auf einen anderen Tag zu verschieben und mir an Stelle dessen das Aquarium, welches direkt daneben liegt, anzusehen.

Dort war es auf Grund des für chinesische Verhältnisse relativ hohen Eintrittspreises von 12€ ziemlich leer, so dass ich ganz in Ruhe in Kindheitserinnerungen schwelgen konnte. Und spätestens als ich in dem laut Werbeanzeige „längsten Unterwassertunnel der Welt“ angekommen bin habe ich mich gefühlt wie damals mit 11 Jahren bei Kelly Tarlton‘s. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn die riesigen Rochen und Haie über einem schwimmen, aber ich bin auch immer wieder begeistert von den vielen exotischen Fischen und anderen Wassertieren, die man dort sehen kann. Ein bisschen Kind bleibt man eben doch immer!

Das waren erst mal die Neuigkeiten aus dem fernen Osten, und ihr seht, obwohl ich mich langsam an das Leben hier gewöhne, gibt es doch immer noch jede Menge neue Sachen zu entdecken. Ich werde mich spätestens mit den Berichten und Fotos zur Fußball-WM und zum Formel 1-Rennen wieder bei euch melden. Ich würde mich in der Zwischenzeit natürlich auch über eine kurze Nachricht von euch freuen um zu lesen, wie es euch geht und was ihr macht.
Bis dahin ganz liebe Grüße,
Eure Isabelle
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