Sonntag, 4. November 2007
Back in Shanghai
isabelleadelt, 15:18h
Hallo ihr Lieben,
nach den letzten ereignisreichen Wochen habe ich heute endlich mal wieder etwas Ruhe gefunden, um Euch auf dem Laufenden zu halten. Das größte Ereignis war sicherlich die Hochzeit von meinem Bruder am letzten Wochenende, zu welcher ich einige Tage zurück in die Heimat gekehrt bin.
Da es hier aber alles schön der Reihe nach geht, berichte ich zunächst von meinem Betriebsausflug mit arvato (welcher hier den wunderbaren Namen „Outing“ trägt), der am Wochenende zwei Wochen davor stattgefunden hat. Dazu sind wir alle zusammen nach Wuyishan geflogen, einem kleinen Ort mitten in der chinesischen Provinz, etwa 45 Flugminuten von Shanghai entfernt. Ein erstes Erlebnis war schon die Landung auf dem „Wuyishan International Airport“, der eigentlich nur aus einem geteerten Platz und einer kleinen Ladenpassage besteht. Es muss allerdings fairerweise dazu gesagt werden, dass hier täglich nur etwa 5 Maschinen landen. Auf jeden Fall war ich schon etwas verwirrt, als ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, mitten auf dem Rollfeld stand und weit und breit kein Bus in Sicht war. Aber der „Schock“ war schnell überwunden, da man das sinnvolle und hilfreiche Hinweisschild mit der Aufschrift „Domestic Arrivals“ auch zu Fuß in einer Minute erreicht hat (was unbedingt noch einmal betont werden muss, es wäre schließlich tragisch, wenn man einen internationalen Flug hat und zum falschen Ausgang geht...). Im Hotel erlebte ich dann die positive Überraschung, dass außer mir noch zwei andere Deutsche mit dabei waren, die ich nur noch nicht kannte, da einer von ihnen in Shenzhen arbeitet und der andere im anderen Bertelsmann-Büro in Shanghai. An dieser Stelle noch mal tausend Dank an Euch beide, Raoul und Thierry, ohne Euch wäre ich mit meinen, na ja, nennen wir es mal rudimentären Chinesisch-Kenntnissen wirklich eingegangen.

Der Freitagabend stand dann zur freien Verfügung und wir Unwissenden haben uns kurzerhand überlegt, dass man sich doch nett in eine Bar setzen könnte um sich zu unterhalten und noch was zu essen und zu trinken. Leider haben wir die Größe des Ortes extrem überschätzt, aber nach einer halben Stunde intensivstem Suchens sind wir schließlich doch noch fündig geworden und haben uns in einem kleinen Restaurant (wenn man es so nennen kann) doch noch etwas zu trinken und zu essen bestellt. Und so schlimm kann es im Nachhinein gar nicht gewesen sein, wir leben schließlich alle noch... Es ist aber wirklich gar nicht so einfach ein Restaurant zu finden, in welchem nicht die Käfige mit den Katzen, kleinen Kaninchen und anderen niedlichen Tieren vor der Tür stehen, von welchen man sich dann eins zum Essen aussuchen kann.
Am nächsten Morgen ging es dann los zu einer Flussfahrt, wo wir dann zum ersten Mal wirklich verstanden haben, warum Wuyishan als Reiseziel ausgewählt wurde. Die Landschaft ist wirklich fantastisch und die Bootsfahrt war ein unvergessliches Erlebnis. Zum einen ist es total schön, einfach nur etwa zwei Stunden lang in der Sonne auf einem Bambusfloß zu sitzen und die Sonne und die Landschaft zu genießen, zum anderen war aber auch die Konstruktion des Floßes an sich ein echtes Erlebnis. Dabei handelte es sich lediglich um einige dicke Bambusrohre, die zusammengebunden waren und nun acht Leute über Wasser halten sollten, Für die Fahrgäste war es aber trotzdem sehr bequem, wir auf unseren Gartenstühlen, die einfach nur auf das Floß gestellt wurden, hatten schließlich trockene Füße. Wir hatten zudem noch mal besondere Tieflage, da ein Deutscher im Durchschnitt ja schon um einiges schwerer ist als ein Chinese (was ich schmerzlich feststellen musste, als ich mein arvato-Polohemd in Größe XL bekommen habe, welches dann tragischer weise auch noch passte, wie man auf dem Foto unten sieht). Aber auch für unsere Sicherheit war ausreichend gesorgt, denn jeder von uns hat eine modische leuchtend-orange Schwimmweste bekommen. Wer weiß schon was alles passieren kann, wenn so ein Floß im knietiefen Wasser umkippt... Da geht man doch lieber auf Nummer sicher, nicht wahr?
Am Nachmittag sind wir dann ein bisschen „Bergsteigen“ gegangen. Wie sich glücklicherweise herausgestellt hat, bestand der gesamte Wanderweg aus in den Stein gehauenen Treppenstufen. Diese hunderte von Stufen hoch und runter zu laufen war schon anstrengend genug, vor allem da ich an diesem Wochenende auch noch erkältet war. War man aber erst mal oben angekommen, wurde man mit einem wunderschönen Ausblick über das ganze Tal und den Fluss belohnt.

Aber es wäre ja kein typisch chinesischer Ausflug, wenn man nicht nach einem genauen Zeitplan wieder in den Bus verfrachtet worden wäre, wir haben ja schließlich noch nicht alles gesehen! Also, auf zur nächsten Wanderung. Unser nächstes Ziel war ein großer Wasserfall, welcher dadurch, dass die Felsen etwas überstehen, genau in der Mitte einer Schlucht auf den Boden trifft. Bestimmt ein beeindruckendes Naturspektakel, wenn wir nicht das Pech gehabt hätten, das es schon seit langer zeit nicht mehr geregnet hat und dadurch kein einziger Tropfen Wasser zu sehen war. C’est la vie!
Wirklich viel Zeit traurig zu sein hatten wir ja auch nicht, denn der Zeitplan war fest vorgegeben. Also ging es zurück zum Parkplatz und ab in den Bus. Und jetzt dürft ihr raten: Was macht man mit einem ganzen Bus voll mit Leuten in durchgeschwitzten arvato-Polohemden und verdreckten Sportschuhen? Richtig, man fährt sie in ein edles Restaurant und kredenzt ein luxuriöses Abendessen. Habt ihr etwa etwas anderes gedacht? Die Feier war aber trotz der nicht ganz angemessenen Kleidung noch sehr nett, was allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die Trinkgewohnheiten der Chinesen. Es kommen leere Glaskannen mit Eiswürfeln auf den Tisch und es wird alles rein geschüttet, was gerade zur Hand ist: Whiskey, Cola, Rotwein, Wodka... Noch einmal gut durchgerührt, und Prost! Da schaut man doch lieber aus sicherer Entfernung zu.
Am nächsten Morgen ging es weiter mit einer lustigen Berg-Tour, hatten wir ja auch schon länger nicht mehr. Da aber alle vom Vorabend noch ganz schön müde (und ein Teil mit Sicherheit auch ziemlich verkatert) waren, war es noch mal um einiges anstrengender als am Vortag. Zum Trost war dann aber der Nachmittag zur freien Verfügung. Hurra, ein Nachmittag in Wuyishan an dem man machen kann, was man möchte!! Nach kurzem Überlegen (zu viele Alternativen gibt es ja nicht), haben Thierry, Raoul und ich uns zwei Rikschas gemietet und sind zur Massage gefahren. Was gibt es schöneres für die geschundenen Waden und Füße, als sich einmal richtig schön durchkneten zu lassen. Erholung pur! Am Nachmittag stand dann eine Teezeremonie mitten in den Bergen auf dem Programm, zu diesem Zeitpunkt hatte sich unsere Gruppe allerdings schon von 90 Leuten auf etwa 8 dezimiert. Was zunächst erneutes Bergkletter vermuten ließ, entpuppte sich aber als wunderschön gelegenes Teehaus mitten in den Bergen zwischen den Teefeldern. Die Teezeremonie war auch ein sehr schönes Erlebnis, allerdings habe ich leider kaum etwas verstanden, da sie, wie zu erwarten, komplett auf Chinesisch stattfand. Am Abend ging es dann via Wuyishan International Airport wieder zurück nach Shanghai und obwohl es einige sehr lange und anstrengende Tage waren, war es alles in allem ein sehr schönes Wochenende und auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Einige Tage später hieß es für mich dann auch schon wieder Koffer packen und auf nach good old Germany. Nach einem fabelhaften Flug via Hongkong mit der Cathay Pacific bin ich am Donnerstag Morgen auch total ausgeruht in Frankfurt gelandet und konnte mich nach einem leckeren Frühstück im Hotel somit gleich auf den Weg in die Stadt machen, um mir noch ein neues Kleid samt Schuhen und Accessoires für die Hochzeitsfeier am Samstag zu kaufen. Es war wirklich schön, endlich mal wieder in Deutschland unterwegs zu sein und sich überall vernünftig verständigen zu können. Außerdem waren meine Eltern und Matthias an diesem Tag auch schon da, so dass wir uns gemeinsam die Frankfurter Innenstadt, die ganzen Banken-Türme und die Börse anschauen konnten.

Am nächsten Tag ging es dann um elf Uhr Richtung Römer, in welchem sich in Frankfurt das Standesamt befindet. Es ist wirklich eine wunderschöne Kulisse, um zu heiraten. Es wäre vielleicht noch schöner gewesen, wenn nicht jemand für das Brautpaar direkt vor meinem Bruder und seiner Frau auf einem Jagdhorn fürchterlich falsch „Die Sau ist Tod“ gespielt hätte, aber lassen wir das, es hatte bestimmt seinen Hintergrund. Im Laufe des Tages sind dann auch alle anderen Verwandten angereist, wenn auch zum Teil mit einigen Verwirrungen auf Grund der Tatsache, dass Frankfurt zwei Flughäfen hat (nicht wahr, Janka und Marcus). Dadurch konnten wir alle zusammen zu Abend essen, was gerade für mich sehr schön war, da ich durch meine Zeit in Shanghai viele meiner Verwandten für eine ziemlich lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. So konnte ich also meine knapp vier Tage in Deutschland optimal ausnutzen.

Am Samstagnachmittag war es dann endlich soweit, es ging los zur kirchlichen Trauung. Der Pastor hat eine sehr schöne Predigt gehalten und trotz der Botschaft, die er meinem Bruder und seiner Frau mit auf den Weg gegeben hat, eine gewisse Prise Humor einfließen lassen, wodurch alles sehr lebendig gewirkt hat. Für die Zukunft haben wir auf jeden Fall gelernt, dass man die Braut erst küssen darf, wenn der Pastor einem das erlaubt, nicht wahr Marco?
Nach der Trauung hat uns dann ein Bus zurück ins Hotel gebracht, in welchem auch die Hochzeitsfeier stattgefunden hat. Hier hatten wir nun noch eine Stunde Zeit, um uns umzuziehen und fertig zu machen, bevor das große Fest beginnen sollte. Nach einer kurzen Ansprache von Marco und Petra wurde dann das hervorragende Buffet eröffnet. Bei diesem leckeren Essen weiß man dann erst richtig zu schätzen, was einem in Shanghai fehlt. Es war eine sehr, sehr schöne Feier mit toller Musik und einer tollen Stimmung, wir haben viel gelacht und getanzt und jeder hat sehr viel Spaß gehabt. So kann ich Marco und Petra nur wünschen, dass ihr weiterer gemeinsamer Lebensweg genauso schön sein wird wie diese Hochzeitsfeier und ich möchte an dieser Stelle noch einmal dafür danke sagen, dass ich diese wunderschönen Tage mit Euch verbringen durfte.

Das waren nun erst mal meine Highlights der letzten drei Wochen, wenn es wieder was Interessantes zu berichten gibt, könnt ihr es hier lesen. Ich möchte mich an dieser Stelle auch schon mal für die ganzen lieben E-Mails bedanken, die ich von Euch bekommen habe. Da es die letzten paar Wochen doch ziemlich hektisch war habe ich es leider noch nicht geschafft, alle zu beantworten, aber spätestens nächste Woche schreibe ich allen zurück, versprochen.
Bis dahin alles Liebe,
Eure Isabelle
nach den letzten ereignisreichen Wochen habe ich heute endlich mal wieder etwas Ruhe gefunden, um Euch auf dem Laufenden zu halten. Das größte Ereignis war sicherlich die Hochzeit von meinem Bruder am letzten Wochenende, zu welcher ich einige Tage zurück in die Heimat gekehrt bin.
Da es hier aber alles schön der Reihe nach geht, berichte ich zunächst von meinem Betriebsausflug mit arvato (welcher hier den wunderbaren Namen „Outing“ trägt), der am Wochenende zwei Wochen davor stattgefunden hat. Dazu sind wir alle zusammen nach Wuyishan geflogen, einem kleinen Ort mitten in der chinesischen Provinz, etwa 45 Flugminuten von Shanghai entfernt. Ein erstes Erlebnis war schon die Landung auf dem „Wuyishan International Airport“, der eigentlich nur aus einem geteerten Platz und einer kleinen Ladenpassage besteht. Es muss allerdings fairerweise dazu gesagt werden, dass hier täglich nur etwa 5 Maschinen landen. Auf jeden Fall war ich schon etwas verwirrt, als ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, mitten auf dem Rollfeld stand und weit und breit kein Bus in Sicht war. Aber der „Schock“ war schnell überwunden, da man das sinnvolle und hilfreiche Hinweisschild mit der Aufschrift „Domestic Arrivals“ auch zu Fuß in einer Minute erreicht hat (was unbedingt noch einmal betont werden muss, es wäre schließlich tragisch, wenn man einen internationalen Flug hat und zum falschen Ausgang geht...). Im Hotel erlebte ich dann die positive Überraschung, dass außer mir noch zwei andere Deutsche mit dabei waren, die ich nur noch nicht kannte, da einer von ihnen in Shenzhen arbeitet und der andere im anderen Bertelsmann-Büro in Shanghai. An dieser Stelle noch mal tausend Dank an Euch beide, Raoul und Thierry, ohne Euch wäre ich mit meinen, na ja, nennen wir es mal rudimentären Chinesisch-Kenntnissen wirklich eingegangen.

Der Freitagabend stand dann zur freien Verfügung und wir Unwissenden haben uns kurzerhand überlegt, dass man sich doch nett in eine Bar setzen könnte um sich zu unterhalten und noch was zu essen und zu trinken. Leider haben wir die Größe des Ortes extrem überschätzt, aber nach einer halben Stunde intensivstem Suchens sind wir schließlich doch noch fündig geworden und haben uns in einem kleinen Restaurant (wenn man es so nennen kann) doch noch etwas zu trinken und zu essen bestellt. Und so schlimm kann es im Nachhinein gar nicht gewesen sein, wir leben schließlich alle noch... Es ist aber wirklich gar nicht so einfach ein Restaurant zu finden, in welchem nicht die Käfige mit den Katzen, kleinen Kaninchen und anderen niedlichen Tieren vor der Tür stehen, von welchen man sich dann eins zum Essen aussuchen kann.
Am nächsten Morgen ging es dann los zu einer Flussfahrt, wo wir dann zum ersten Mal wirklich verstanden haben, warum Wuyishan als Reiseziel ausgewählt wurde. Die Landschaft ist wirklich fantastisch und die Bootsfahrt war ein unvergessliches Erlebnis. Zum einen ist es total schön, einfach nur etwa zwei Stunden lang in der Sonne auf einem Bambusfloß zu sitzen und die Sonne und die Landschaft zu genießen, zum anderen war aber auch die Konstruktion des Floßes an sich ein echtes Erlebnis. Dabei handelte es sich lediglich um einige dicke Bambusrohre, die zusammengebunden waren und nun acht Leute über Wasser halten sollten, Für die Fahrgäste war es aber trotzdem sehr bequem, wir auf unseren Gartenstühlen, die einfach nur auf das Floß gestellt wurden, hatten schließlich trockene Füße. Wir hatten zudem noch mal besondere Tieflage, da ein Deutscher im Durchschnitt ja schon um einiges schwerer ist als ein Chinese (was ich schmerzlich feststellen musste, als ich mein arvato-Polohemd in Größe XL bekommen habe, welches dann tragischer weise auch noch passte, wie man auf dem Foto unten sieht). Aber auch für unsere Sicherheit war ausreichend gesorgt, denn jeder von uns hat eine modische leuchtend-orange Schwimmweste bekommen. Wer weiß schon was alles passieren kann, wenn so ein Floß im knietiefen Wasser umkippt... Da geht man doch lieber auf Nummer sicher, nicht wahr?
Am Nachmittag sind wir dann ein bisschen „Bergsteigen“ gegangen. Wie sich glücklicherweise herausgestellt hat, bestand der gesamte Wanderweg aus in den Stein gehauenen Treppenstufen. Diese hunderte von Stufen hoch und runter zu laufen war schon anstrengend genug, vor allem da ich an diesem Wochenende auch noch erkältet war. War man aber erst mal oben angekommen, wurde man mit einem wunderschönen Ausblick über das ganze Tal und den Fluss belohnt.

Aber es wäre ja kein typisch chinesischer Ausflug, wenn man nicht nach einem genauen Zeitplan wieder in den Bus verfrachtet worden wäre, wir haben ja schließlich noch nicht alles gesehen! Also, auf zur nächsten Wanderung. Unser nächstes Ziel war ein großer Wasserfall, welcher dadurch, dass die Felsen etwas überstehen, genau in der Mitte einer Schlucht auf den Boden trifft. Bestimmt ein beeindruckendes Naturspektakel, wenn wir nicht das Pech gehabt hätten, das es schon seit langer zeit nicht mehr geregnet hat und dadurch kein einziger Tropfen Wasser zu sehen war. C’est la vie!
Wirklich viel Zeit traurig zu sein hatten wir ja auch nicht, denn der Zeitplan war fest vorgegeben. Also ging es zurück zum Parkplatz und ab in den Bus. Und jetzt dürft ihr raten: Was macht man mit einem ganzen Bus voll mit Leuten in durchgeschwitzten arvato-Polohemden und verdreckten Sportschuhen? Richtig, man fährt sie in ein edles Restaurant und kredenzt ein luxuriöses Abendessen. Habt ihr etwa etwas anderes gedacht? Die Feier war aber trotz der nicht ganz angemessenen Kleidung noch sehr nett, was allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die Trinkgewohnheiten der Chinesen. Es kommen leere Glaskannen mit Eiswürfeln auf den Tisch und es wird alles rein geschüttet, was gerade zur Hand ist: Whiskey, Cola, Rotwein, Wodka... Noch einmal gut durchgerührt, und Prost! Da schaut man doch lieber aus sicherer Entfernung zu.
Am nächsten Morgen ging es weiter mit einer lustigen Berg-Tour, hatten wir ja auch schon länger nicht mehr. Da aber alle vom Vorabend noch ganz schön müde (und ein Teil mit Sicherheit auch ziemlich verkatert) waren, war es noch mal um einiges anstrengender als am Vortag. Zum Trost war dann aber der Nachmittag zur freien Verfügung. Hurra, ein Nachmittag in Wuyishan an dem man machen kann, was man möchte!! Nach kurzem Überlegen (zu viele Alternativen gibt es ja nicht), haben Thierry, Raoul und ich uns zwei Rikschas gemietet und sind zur Massage gefahren. Was gibt es schöneres für die geschundenen Waden und Füße, als sich einmal richtig schön durchkneten zu lassen. Erholung pur! Am Nachmittag stand dann eine Teezeremonie mitten in den Bergen auf dem Programm, zu diesem Zeitpunkt hatte sich unsere Gruppe allerdings schon von 90 Leuten auf etwa 8 dezimiert. Was zunächst erneutes Bergkletter vermuten ließ, entpuppte sich aber als wunderschön gelegenes Teehaus mitten in den Bergen zwischen den Teefeldern. Die Teezeremonie war auch ein sehr schönes Erlebnis, allerdings habe ich leider kaum etwas verstanden, da sie, wie zu erwarten, komplett auf Chinesisch stattfand. Am Abend ging es dann via Wuyishan International Airport wieder zurück nach Shanghai und obwohl es einige sehr lange und anstrengende Tage waren, war es alles in allem ein sehr schönes Wochenende und auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Einige Tage später hieß es für mich dann auch schon wieder Koffer packen und auf nach good old Germany. Nach einem fabelhaften Flug via Hongkong mit der Cathay Pacific bin ich am Donnerstag Morgen auch total ausgeruht in Frankfurt gelandet und konnte mich nach einem leckeren Frühstück im Hotel somit gleich auf den Weg in die Stadt machen, um mir noch ein neues Kleid samt Schuhen und Accessoires für die Hochzeitsfeier am Samstag zu kaufen. Es war wirklich schön, endlich mal wieder in Deutschland unterwegs zu sein und sich überall vernünftig verständigen zu können. Außerdem waren meine Eltern und Matthias an diesem Tag auch schon da, so dass wir uns gemeinsam die Frankfurter Innenstadt, die ganzen Banken-Türme und die Börse anschauen konnten.

Am nächsten Tag ging es dann um elf Uhr Richtung Römer, in welchem sich in Frankfurt das Standesamt befindet. Es ist wirklich eine wunderschöne Kulisse, um zu heiraten. Es wäre vielleicht noch schöner gewesen, wenn nicht jemand für das Brautpaar direkt vor meinem Bruder und seiner Frau auf einem Jagdhorn fürchterlich falsch „Die Sau ist Tod“ gespielt hätte, aber lassen wir das, es hatte bestimmt seinen Hintergrund. Im Laufe des Tages sind dann auch alle anderen Verwandten angereist, wenn auch zum Teil mit einigen Verwirrungen auf Grund der Tatsache, dass Frankfurt zwei Flughäfen hat (nicht wahr, Janka und Marcus). Dadurch konnten wir alle zusammen zu Abend essen, was gerade für mich sehr schön war, da ich durch meine Zeit in Shanghai viele meiner Verwandten für eine ziemlich lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. So konnte ich also meine knapp vier Tage in Deutschland optimal ausnutzen.

Am Samstagnachmittag war es dann endlich soweit, es ging los zur kirchlichen Trauung. Der Pastor hat eine sehr schöne Predigt gehalten und trotz der Botschaft, die er meinem Bruder und seiner Frau mit auf den Weg gegeben hat, eine gewisse Prise Humor einfließen lassen, wodurch alles sehr lebendig gewirkt hat. Für die Zukunft haben wir auf jeden Fall gelernt, dass man die Braut erst küssen darf, wenn der Pastor einem das erlaubt, nicht wahr Marco?
Nach der Trauung hat uns dann ein Bus zurück ins Hotel gebracht, in welchem auch die Hochzeitsfeier stattgefunden hat. Hier hatten wir nun noch eine Stunde Zeit, um uns umzuziehen und fertig zu machen, bevor das große Fest beginnen sollte. Nach einer kurzen Ansprache von Marco und Petra wurde dann das hervorragende Buffet eröffnet. Bei diesem leckeren Essen weiß man dann erst richtig zu schätzen, was einem in Shanghai fehlt. Es war eine sehr, sehr schöne Feier mit toller Musik und einer tollen Stimmung, wir haben viel gelacht und getanzt und jeder hat sehr viel Spaß gehabt. So kann ich Marco und Petra nur wünschen, dass ihr weiterer gemeinsamer Lebensweg genauso schön sein wird wie diese Hochzeitsfeier und ich möchte an dieser Stelle noch einmal dafür danke sagen, dass ich diese wunderschönen Tage mit Euch verbringen durfte.

Das waren nun erst mal meine Highlights der letzten drei Wochen, wenn es wieder was Interessantes zu berichten gibt, könnt ihr es hier lesen. Ich möchte mich an dieser Stelle auch schon mal für die ganzen lieben E-Mails bedanken, die ich von Euch bekommen habe. Da es die letzten paar Wochen doch ziemlich hektisch war habe ich es leider noch nicht geschafft, alle zu beantworten, aber spätestens nächste Woche schreibe ich allen zurück, versprochen.
Bis dahin alles Liebe,
Eure Isabelle
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